
Meine Grossmutter hat ihre leibliche Mutter erst sehr spät kennengelernt. Sie kam direkt nach der Geburt in ein Kinderheim und wurde dort im Alter von zwei Jahren adoptiert. Das war 1927.
Als sie im Jahre 2007 in die andere Welt ging und ich ihren Haushalt aufgelöst habe fand ich diesen gerahmeten "Zettel" neben ihrem Bett in der Nachtischschublade. Seitdem liegt er in meiner.
Es ist ein Gedicht ......und ich tipp es jetzt einfach mal ab.
Wenn Du noch eine Mutter hast ...
Wenn Du noch eine Mutter hast, so danke Gott und sei Zufrieden,
nicht allen auf dem Erdenrund ist dieses hohe Glück beschieden.
Wenn Du noch eine Mutter hast, so sollst Du sie mit Liebe pflegen,
dass sie dereinst ihr müdes Haupt in Frieden kann zur Ruhe legen.
Denn was Du bist, bist Du durch sie, sie ist dein Sein, sie ist dein Werden,
sie ist dein allerhöchstes Gut und ist dein grösster Schatz auf Erden.
Des Vaters Wort ist ernst und streng, die gute Mutter mildert`s wieder,
des Vaters Segen baut das Haus, der Fluch der Mutter reisst es nieder.
Sie hat vom ersten Tage an für dich gelebt mit bangen Sorgen,
sie brachte abends dich zur Ruh und weckte küssend dich am Morgen.
Und warst Du krank, sie pflegte dein, den sie mit tiefem Schmerz geboren,
und gaben alle dich schon auf...
die Mutter gab dich nie verloren.
Se lehrte Dich den frommen Spruch, sie lehrte dich zuerst das Reden,
sie faltete die Hände dein und lehrte dich zum Vater beten.
Sie lenkte deinen Kindessin, sie wachte über deine Jugend,
der Mutter danke es allein, wenn Du noch gehst den Pfad der Tugend.
Wie oft hat nicht die zarte Hand auf deinem lock`gen Haupt gelegen!
Wie oft hat nicht ihr frommes Herz gefleht für dich um Gottes Segen!
Und hattest Du die Lieb verkannt, gelohnt mit Undank ihrer Treue:
Die Mutter hat Dir stets verziehen, mit Liebe dich umfasst aufs neue.
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Und hätte selbst das Mutterherz für dich gesorget noch so wenig,
das wen`ge selbst vergiltst Du nie, und wärest du der reichste König!
Die grössten Opfer sind gering, für das , was sie für dich gegeben,
und HÄTTE SIE VERGESSEN DICH, so schenkte sie dir doch das Leben.
Und hast Du keine Mutter mehr, und kannst du sie nicht mehr beglücken,
so kannst Du doch ihr frühes Grab mit frischen Blumenkränzen schmücken.
Ein Muttergrab, ein heilig Grab, für Dich die ewig heilge Stelle!
Oh wende dich an diesen Ort, wenn dich umtost des Lebens Welle.